Fazit:
Nie zuvor gab es frechere und unverkrampftere Annäherungen
an den DDR-Alltag, Mauerfall und Stasi - Brussigs bildhafte
Ironie und Komik ist nicht zu überbieten. |
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Wegen Klaus Uhltzscht muß die deutsche Geschichte umgeschrieben
werden, denn er war es, der die Mauer zum Einsturz gebracht
hat! Dabei ist Klaus, der Sachenverlierer und Multi-Perverse,
eigentlich ein Versager par excellence.
Als Sohn eines Stasi-Spitzels und einer Hygieneinspektorin wächst
er zwischen Turnbeutel und Dr. Schnabels Aufklärungsbuch
auf, bleibt im Sportunterricht auf ewig ein Flachschwimmer und
hofft vergeblich in der Arbeitsgemeinschaft Junge Naturforscher
berühmt zu werden.
Auch sein großer Traum, als Topagent bei der Stasi zu
arbeiten, erfüllt sich leider nicht. Dafür aber wird
er, der inzwischen eine Perversionskartei erfunden hat, zum
persönlichen Blutspender Erich Honeckers.
Jetzt, da auch noch die Mauer durch - man höre und staune
- seinen Penis fiel, packt Klaus aus und erzählt von seinem
ruhmreichen Leben.
Keiner hat bislang frecher und unverkrampfter den kleinbürgerlichen
Mief des Ostens gelüftet als Brussig.
Ein, nach Klaus Uhltzscht, nobelpreisverdächtiges Lesevergnügen.
Thomas Brussig, 1965 in Berlin geboren, arbeitete nach
seinem Ost-Abi u.a. als Möbelträger, Museumspförtner
und Hotelportier. Nach der Wiedervereinigung studierte er Soziologie
und Dramaturgie.
(Copyright © 1999 -
2002 Fischer Taschenbuch Verlag)
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