Fazit:
Phantastische, skurrile und zynische Geschichten mit
Überraschungseffekt. |
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T. C. Boyle überrascht wieder einmal durch die phantastischen
Motive, die Bandbreite der Themen, die bizarren Personen, die
bei aller Verschrobenheit doch völlig wirklichkeitsnah
sind.
So befreit ein junger Mann aus Liebe zu einer engagierten Tierschützerin
in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Hunderte von Truthähnen.
Allerdings geht das Mädchen danach mit einem anderen Tierschützer
auf und davon, und die Geschichte nimmt speziell für die
Truthähne ein schlimmes Ende.
Zwei Beatnik-Fans suchen Jack Kerouac, den Bürgerschreck
heim, doch der Besuch markiert den Beginn einer stinknormalen,
spießigen Existenz.
Zwei sich bekriegende Mafiapaten erweisen sich, als es zum Showdown
kommt, als zu gebrechlich für die Auseinandersetzung.
In einer anderen Geschichte wird ein Vater durch seine kleine
Tochter mit der eigenen Hippie-Vergangenheit konfrontiert, zu
der er sich nicht mehr bekennen kann.
Ein reiches Sammlerpaar heuert eine Firma an, die gegen teures
Geld ihr vollgestopftes Heim entrümpelt, und zwar so radikal,
daß die beiden nicht einmal die Matratzen wiederfinden.
Boyle ist nichts heilig, wie seine Leser wissen, und
gerade das schätzen wir an ihm. Doch sollten sein Mangel
an Respekt und an politischer Korrektheit nicht darüber
hinweg täuschen, daß er die Themen, mit denen er
sich beschäftigt und die auch uns beschäftigen, ganz
und gar ernst nimmt. Ein spannendes und amüsantes Feuerwerk
an Kurzgeschichten.
Wer mehr von ihm lesen will, besorge sich Wassermusik,
Willkommen
in Wellville, Tod
durch Ertrinken oder Grün
ist die Hoffnung!
(Copyright © 1999 -
2002 lesewelt.de)
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