Fazit:
Ein nahezu perfektes Buch: humorvoll, ironisch, rührend
- von allem genau die richtige Menge. Kauftip! |
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"In den siebzehn autobiographischen Geschichten, aus denen "Nackt"
besteht, erzählt Sedaris von seiner Kindheit in Raleigh, North
Carolina, von seiner Betätigung als halbwüchsiger Tramper, Apfelpflücker,
Möchtegern-Schauspieler, Nudist und so weiter und stellt uns jede
Menge Nebendarsteller vor, die allesamt einem Albtraum von Flannery
O' Connor entsprungen zu sein scheinen - sie sind exzentrisch,
kaputt, pervers, faul, neurotisch, lächerlich und schlicht unvergeßlich..."
(Raleigh News Observer.)
Es gibt Bücher, die sind hervorragend geeignet für kurze U-Bahnfahrten,
andere wiederum eher für eine lange Reise. David Sedaris´ Nackt
gehört weder in die eine noch in die andere Kategorie, und es
wäre gut, wenn gleich auf dem Umschlag ein großer Aufkleber warnen
würde: "Lesen Sie dieses Buch nicht in Gegenwart anderer Menschen
oder mit vollem Mund."
In siebzehn Episoden hat der Amerikaner Sedaris, der auf dem Buchcover
harmlos, freundlich und sympathisch lächelt, autobiographische
Erlebnisse festgehalten. Aber was für welche!
Es beginnt mit den Macken, die David während seiner Schulzeit
befallen. Eigentlich sind die genau sechshundertsiebenunddreißig
Schritte des Heimwegs harmlos. Bei seiner Tour hat er jedoch alle
Briefkästen mit der Zunge anzutippen und auffallende Grashalme
zu berühren. Sollte er vergessen haben, den Lichtschalter in der
Schule abzulecken, dann muß das Spiel wiederholt werden. Daß die
Lehrerin die Eltern Davids um ein Gespräch bittet, ist leicht
verständlich.
Auch seine Schwestern sind für die Lehrer nicht einfach. "Die
Mädchen in meiner Familie spielten nicht Puppenhaus mit Puppenherd;
sie spielten Puppenbesserungsanstalt mit Puppenberuhigungszelle."
Man könnte noch seitenlang aus diesem absolut schrägen Roman zitieren,
der mit einer satten Portion Komik das normale Leben eines nicht
ganz alltäglichen jungen Mannes erzählt. Der Garant dafür, daß
den deutschen Lesern auch wirklich keine der witzigen Formulierungen
unterschlagen wird, ist kein geringerer als Harry Rowohlt. Kenner
wissen, daß man sich auf ihn bei dieser Arbeit verlassen kann.
Er ist ein Meister des richtigen Tons
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