Fazit:
Ein Buch, das die Absurdität des Alltags mit feinem
und liebenswerten Humor enthüllt. |
|
Maria ist frisch in Berlin. Endlich heraus aus dem Mief des
Elternhauses und dem kleinstädtischen Paderborn. Jetzt gilt
es, die Metropole und ihre Menschen zu erkunden. Und obwohl
die Mahnungen der Mutter noch nachhallen, stürzt Maria sich
kopfüber in die neue Welt. Als erstes stößt sie auf den verschrobenen
Björn, ihren gleichaltrigen Nachbarn, der sich unter dem Joch
eines selbst auferlegten Zölibats quält und den nur eines interessiert:
Truthühner! Er hält sie für Außerirdische, die von der Regierung
gefoltert und zu Hackfleischbällchen verarbeitet werden, damit
unter der Bevölkerung keine Panik ausbreche.
Die Ereignisse überschlagen sich, als Björn Truthühner aus einer
Farm in Niedersachsen befreien will. Maria, die in Berlin zurückgeblieben
ist, hört im Radio, daß Heerscharen von Truthühnern die Autobahnen
überqueren. Und da sie sich in den naiven Björn und seine skurrilen
Ansichten verliebt hat, gibt es für sie kein Halten mehr - sie
reist Björn nach.
Aus dieser Befreiungsaktion entwickelt sich nicht nur eine Liebesgeschichte,
sie wirbelt auch die Politik durcheinander: Grüne und Konservative
diskutieren beim Verzehr von Gemüsebratlingen die Schaffung
eines "Truthuhnparadieses" in Deutschland. Auch der Bundeskanzler
kommt schließlich zu Wort.
Stephan Sareks Roman "Das Truthuhnparadies" sprüht vor Witz,
und in der Situationskomik sucht er seinen Meister.
Immer wieder bildet der Handlungsfluß Wirbel und Strudel, die
die Leser in ihren Sog ziehen und ein Lachen herauskitzeln,
das den Atem nimmt.
Stephan Sarek ist 1957 in Berlin-Schöneberg geboren,
arbeitete als Verkäufer, Gärtner u. Feuerwehrmann, bis er 1994
mit dem Schreiben begann. Nun lebt er in einem VW-Bus als individualistischer
Wagenburgler.
(Copyright © 1999 Rake Verlag)
|