Fazit:
Vier Freunde auf der Suche nach dem Kick bzw. Sinn des Lebens-(Glücks).
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Was ist Glück? Wie geht man damit um, warum hat man es, oder
auch nicht, wie kann man es am intensivsten in sich aufsaugen?
Und wann merkt man, ob man Glück hat bzw. glücklich ist? Wird
Glück bereits von einer dunklen Vorahnung überschattet, die
das Ende vorausahnen läßt?
Luke, der Protagonist aus Geoff Dyers Roman "Paris XTC", laut
Tim Pears "Tender is the night für das Ecstacy - Zeitalter",
versucht zumindest, sein Glück so intensiv und lange wie möglich
zu absorbieren, denn er ahnt bereits in dem Moment, in dem er
am glücklichsten ist, "...wenn Glück mir als etwas Unmögliches
vorkommen wird ... werde ich mich an diese Nacht erinnern, wie
glücklich ich war, ..., wie ich selbst schon mitten in meinem
Glück schon eine zukünftige Zeit ahnen konnte, wenn es verschwunden
wäre. Und ich werde begreifen, daß dieses Wissen ein entscheidender
Teil dieses Glücks war...".
Völlig unbeschwert und von permanentem Drogen - Einfluß umnebelt
verbringen Luke, Alex und ihre Freundinnen ihre Zeit im 11.
Arrondissement von Paris.
Sie genießen ihr Leben in Cafés, Parties, Kinos, Discos, beim
Essen, Reden, Trinken, Kiffen und Koksen, beim Sex und bei Musik
und sind glücklich, ohne sich dessen richtig bewußt zu sein.
Sie versuchen, egal ob nüchtern, stoned oder high, Probleme
zu erfassen und Situationen zu definieren, die aus ihrem Unterbewußtsein
widergespiegelt werden. Dabei kommen die vier unter anderem
zu der Erkenntnis, daß "nichts in der Vergangenheit ... irgendeinen
Wert [hat]. Man kann Glück nicht lagern. Die Vergangenheit ist
nutzlos. Man kann sich mit ihr aufhalten, aber nicht in ihr.
Was nützt es jemandem, zu wissen, daß er einmal mit Freunden
in einem Auto saß und die Namen von Kinos und Filmen ausrief,
daß man in einer Stadt zu Mittag aß, deren Namen man vergessen
hatte?".
Ein Ausschnitt aus dem Leben vierer Freunde in der französischen
Metropole, angehaucht von philosophischen Streifzügen, die zu
einem hedonistisch - exzessivem Kinofilm verschmelzen, wobei
dem Leser letztlich doch bewußt wird, daß "noch dem schönsten
Traum ... wie ein Makel seine Differenz von der Wirklichkeit
gesellt [bleibt], das Bewußtsein vom bloßen Schein dessen, was
er gewährt. Daher sind gerade die schönsten Träume wie beschädigt."
(Theodor W. Adorno)
(Daniel Ziegler für lesewelt.de)
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