Fazit:
Ein Buch zum Welttag des Buches (23.04.) oder zur 70. Jährung der Bücherverbrennungen (10.05.2003). |
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Zeitsprünge,
Brückenschläge, Grenzgänge sind Programm dieser
Anthologie, deren ausschließlich lyrische Texte eines
verbindet: sie alle umkreisen das Thema Zeile für Zeile
und auch seitenweise jeweils ein Gedicht. So kommt
es, dass Ringelnatz auf Pessoa, oder Catull auf Ernst Jandl
und Sarah Kirsch trifft.
Zu entdecken gibt es Gedichte, die die Welt des Bibliomanen,
also Bücher und Lesen, aus den verschiedensten Blickwinkeln
beleuchtet - und zwar von den Buchstaben bis zum Buchhändler
und seinem "Sprachwarenhandel".
Leseprobe:
Voltaire (1694-1778): An Horaz
"Laßt uns genießen. Horaz. laß uns schreiben
und leben...
Mehr ist mir wiederfahren als die: doch meine
Verse werden geringere Dauer haben.
Aber am Saume des Grabes will ich mir
gründlich Mühe geben, zu folgen den Lehren
deiner Philosophie: zu verachten den Tod im
Wonnegenuß des Lebens; zu lesen deine
Schriften, die so voll Anmut und Geist sind: so, aös
schlürfe man alten Wein, der die Sinne jung macht."
Inhalt:
1 - was kannst du mit 26 buchstaben schon falsch
machen?
2 - Buch / du winziger Wald
3 - Dies Eine Buch
4 - ein faulsein / ist nicht lesen kein buch
5 - Diese Brennessel / könnte von Proust sein
6 - Ob ich Biblio- was bin?
7 - In der Bibliothek ist es ganz still
8 - Sprachwarenhandel
9 - Die Buchtitel ziehen sich ins Regal zurück
10 - Die Bücher ließ er sammeln und vernichten
Nur einige der bedeutenden Lyriker und Poeten dieses Büchleins
wollen wir nennen: Brecht, Heine, Dante, Goethe, Kaschnitz,
Eich, Rilke, Enzensberger, Grillparzer, Grass, Schwitters,
Lessing, Celan, R. Walser, Nelly Sachs, Nuria Quevedo, Rose
Ausländer, u.a.
Im Anhang befindet sich ein Nachwort zur Anthologie von H.
Wallmann, die auch als Einführung hätte stehen können.
In ihr kommt aber zum Ausdruck, dass dieser Band dem verfolgten
Buch gewidmet ist. Es handelt aber auch von Bücherfressern,
dem Buch aller Bücher, die Bibel, bis zum wohl
ungelesensten, dem Kapital.
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