Fazit:
...vielleicht auch Dinge, die wir vergessen werden oder
gerade vergegenwärtigen müssen. |
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"Ein jegliches hat seine Zeit. Nicht nur Tiere und Pflanzen
sterben aus. Auch Gegenstände gehen verloren. Eines Tages sind
sie verschwunden, unbemerkt und unwiederbringlich. Gestern noch
hatte man sie zur Hand, morgen schon sind sie nicht mal mehr
im Kopf... wie steht es um die Krawattennadel, den Manschettenknopf,
die Hosenklammer, die Bartbinde und das Haarnetz? Alles noch
in der Kommode? Oder vielleicht doch schon verlegt und verbannt
- aus den Augen, aus dem Sinn?"
Der Autor und sein Illustrator NEL erinnern in ihrem Buch an
Dinge, die sie vermissen werden - all jene vom Vergessen und
Verschwinden bedrohten Gegenstände, die vor wenigen Jahren noch
typische Bestandteile unseres Alltags waren, derzeit jedoch
zunehmend durch technische Innovationen und sozialen Wandel
verdrängt werden.
Man erinnere sich an die vielen elektrischen Küchenhelfer,
die einem, wie im Zwergenland, im Handumdrehen die Arbeit verkürzen
und unumständlicher machen (sollen).
Augenzwinkernd ruft uns Quilitzsch wieder das Einmachglas ins
Gedächtnis, erzählt vom nostalgischen Knistern der Schallplatte
und den eigentümlichen Reizen eines handgeschriebenen und postalisch
versendeten Liebesbriefes.
Mit heiterer Wehmut denkt er zurück an das rhythmische Klappern
der Schreibmaschine oder die hölzerne Kaffeemühle, welche noch
heute dort, wo sie zur Anwendung kommt, den unnachahmlichen
Duft gerösteter Kaffeebohnen verströmt.
Quilitzsch gelingt ein sympathischer Rückblick auf eine Fülle
altvertrauter Utensilien und scheinbar entfallener Details vergangener
Tage. Das soll nicht heißen, dass nur ältere Jahrgänge
in seinen Worten schwelgen können, vielmehr doch junge
aufgeschlossene Leute vielleicht Gefallen an diesen Antiquitäten
finden. Man lebt schließlich für den traditionellen
Kanon seiner Gesellschaft.
Die vorgestellten Dinge sind dennoch mehr als bloße Erinnerungen.
Es ist auch eine Dokumentation der vielfältigen materiellen
und gesellschaftlichen Veränderungen unserer Kultur, die wir
bestimmt nicht vergessen wollen. Und wem die "Dinge" egal sind,
der wird den Schreibstil lieben, denn Quilitzsch erinert sich
nicht nur an Großmutter, sondern auch an Zeiten vor seiner
Geburt - alle Achtung!
Dazu bringt der Illustrator NEL durchaus rührende bis witzige
mehrfarbige Bilder mit in diese Sammlung ein.
(Robert Assmann für lesewelt.de)
Frank
Quilitzsch ist 1957 in Halle geboren, studierte Germanistik,
später war er als Lektor für deutsche Sprache und Literatur
in Syrien und China. Nun ist er Kulturredakteur der "Thüringischen
Landeszeitung" in Weimar. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.
Erzählungen, Kalendergeschichten, literarische Reportagen gehen
auf sein Konto.
Nel ist 1958 in Bukarest geboren, studierte Gebrauchsdesign
in Halle und ist nun freier Cartoonist in Erfurt.
(Copyright
© 2004 lesewelt.de)
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